Seit über 40 Jahren steht der Sonnenhof in dritter Generation in Herrsching am Ammersee, und als Gastgeberin bekomme ich jeden Sommer dieselben Fragen meiner Besucher: Wie tief ist eigentlich der Ammersee? Welche Fische leben darin? Wann ist die letzte Seegfrörne gewesen? Und vor allem: Wie unterscheidet sich der Ammersee eigentlich vom bekannteren Starnberger See?
In diesem Beitrag habe ich die zwölf Fragen zusammengefasst, die meine Gäste am häufigsten stellen — mit klaren, sauber recherchierten Antworten. Das ist kein Reiseführer und keine Hochglanz-Werbung, sondern die nüchternen Fakten, die Sie vor und während Ihres Aufenthalts brauchen.
Wie tief ist der Ammersee?
Der Ammersee hat eine maximale Tiefe von 81 Metern und liegt damit deutlich tiefer als viele Besucher vermuten. Die tiefste Stelle befindet sich im südlichen Teil des Sees zwischen Stegen und Dießen. Im Vergleich dazu: Der Starnberger See, der direkte Nachbar, kommt auf 127 Meter Maximaltiefe und ist damit der tiefste See im bayerischen Voralpenland.
Die durchschnittliche Tiefe des Ammersees liegt bei etwa 38 Metern. Wer in Herrsching am Ostufer ins Wasser geht, findet eine sehr lange, flache Uferzone vor — die Tiefe nimmt dort nur sehr langsam zu, ideal für Familien mit Kindern und für Schwimmanfänger. Am Westufer hingegen, besonders bei Schondorf und Utting, fällt der See teilweise schon nach wenigen Metern stark ab.
Wie groß ist der Ammersee?
Der Ammersee hat eine Wasserfläche von 47,6 Quadratkilometern und ist damit der drittgrößte See, der vollständig in Deutschland liegt — nach dem Müritz-See in Mecklenburg-Vorpommern und der Chiemsee in Bayern. Der Bodensee ist zwar größer, gehört aber drei Ländern.
Wenn Sie es konkret nehmen wollen:
- Länge (Nord–Süd): etwa 16 Kilometer
- Breite: maximal 6 Kilometer (zwischen Herrsching und Holzhausen am Westufer)
- Uferlinie: etwa 49 Kilometer rundum
- Höhenlage: 533 Meter über dem Meeresspiegel
- Volumen: rund 1,75 Milliarden Kubikmeter Wasser
Wer den See umrundet — zu Fuß braucht das mehrere Tage, mit dem Rad ein langer Tag — bekommt ein Gefühl für die wahre Dimension dieses Sees.
Welche Fische leben im Ammersee?
Der Ammersee ist ein bekanntes Fischereigewässer mit über 25 nachgewiesenen Fischarten. Die wirtschaftlich und kulinarisch wichtigsten sind:
- Renke (Coregonus bavaricus) — die berühmteste Spezialität, eine endemische Art, die nur im Ammersee vorkommt. Auf den Speisekarten in Herrsching, Dießen und Utting fast immer zu finden.
- Seesaibling — wird tiefer im See gefangen, edel und teuer.
- Hecht — Raubfisch, oft in den flacheren Uferzonen.
- Zander — beliebt zum Angeln und in der Pfanne.
- Aal — wird gelegentlich noch gefangen, ist aber inzwischen selten geworden.
- Karpfen, Brachse, Rotauge — die häufigsten "kleineren" Arten.
Wenn Sie in einem der Seerestaurants eine "frische Renke" bestellen, ist sie meistens am selben Morgen oder am Vortag aus dem See gefangen worden. Die Berufsfischer am Ammersee sind alle nur wenige Familien — die Tradition geht teilweise 400 Jahre zurück.
Ist der Ammersee zum Schwimmen geeignet?
Ja, der Ammersee gilt als einer der saubersten Badeseen in Bayern. Die Wasserqualität wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt regelmäßig gemessen und liegt fast durchgängig in der höchsten Kategorie ("ausgezeichnet"). Das gilt für die offiziellen Badestellen in Herrsching, Schondorf, Utting, Dießen und Stegen.
Was Sie wissen sollten:
- Strandbad Herrsching — der größte und bekannteste öffentliche Badeort, mit Liegewiese, Kiosk, Badeaufsicht und flachem Einstieg.
- Westufer (Schondorf, Utting) — etwas ruhiger, klarer, aber schneller tiefer.
- Südufer (Stegen, Riederau) — flach, ideal für Kleinkinder.
- Naturschutz — Teile des Süd- und Westufers sind Naturschutzgebiet. Bitte respektieren Sie die Beschilderung.
Trinken sollten Sie das Wasser trotz seiner Klarheit nicht — wie bei allen Oberflächengewässern.
Wie warm wird der Ammersee im Sommer?
Die Wassertemperatur folgt dem typischen Voralpenseen-Muster:
| Monat | Durchschnittstemperatur Oberflächenwasser |
|---|---|
| Mai | 14–17 °C |
| Juni | 18–21 °C |
| Juli | 20–23 °C |
| August | 21–24 °C |
| September | 18–20 °C |
| Oktober | 13–16 °C |
In besonders warmen Sommern wie 2022 oder 2025 wurden vereinzelt Oberflächentemperaturen von 25 °C und mehr gemessen. In tieferen Schichten bleibt das Wasser allerdings ganzjährig kühl — unter 10 Metern hat es selten mehr als 8 °C.
Mein praktischer Tipp: Wer im Juni oder September schwimmen möchte, wenn die Wassertemperatur am angenehmsten ist und die Strände leer sind, hat den Ammersee fast für sich allein. Das ist auch die ruhigste und schönste Reisezeit für einen Urlaub am Ammersee in der Pension.
Wann war der Ammersee zuletzt zugefroren?
Eine echte "Seegfrörne" — also vollständig zugefroren — ist am Ammersee selten geworden. Die letzten vollständigen Vereisungen waren:
- 2012 — letzte vollständige Zufrierung, die durchgängiges Schlittschuhlaufen ermöglichte
- 2006 und 1996 — teilweise zugefroren, aber nicht großflächig begehbar
- 1962/63 — eine der härtesten Winter, der See war fast den ganzen Winter zu
Die letzte historisch große Seegfrörne, bei der man von einem Ufer zum anderen über das Eis spazieren konnte, war im Februar 2012. Wenn der See zufriert, sind die offiziellen Eisflächen vor dem Strandbad Herrsching und in der Bucht von Dießen normalerweise als erste freigegeben. Das Eis wird vom Wasserwirtschaftsamt vermessen, bevor es freigegeben wird — bitte niemals auf eigene Faust aufs Eis.
Wie viele Orte liegen am Ammersee?
Direkt am Ufer liegen fünf Hauptorte, die Sie kennen sollten:
- Herrsching (Ostufer) — größter Ort, S-Bahn-Endstation der Linie S8, Schiffsanlegestelle, hier liegt auch der Sonnenhof.
- Dießen (Südufer) — die "Künstlerstadt", bekannt für ihren Töpfermarkt im Mai und das Augustiner-Chorherrenstift.
- Utting (Westufer) — kleiner Ferienort mit historischer Wassermühle und ruhigem Badestrand.
- Schondorf (Westufer) — Mischung aus alteingesessenen Familien und Künstlern; Heimat des renommierten Landheims.
- Stegen (Nordufer) — kleinster der fünf, mit Naturschutzgebiet "Ampermoos" direkt nördlich.
Dazu kommen kleinere Orte und Weiler wie Riederau, Holzhausen, Schorn, Wartaweil oder Breitbrunn, die meist Ortsteile der größeren Gemeinden sind. Wer einen Eindruck vom Charakter aller Uferorte bekommen will, kann eine Ammersee-Dampferfahrt machen.
Wo entspringt der Ammersee — was sind Zu- und Abfluss?
Der Hauptzufluss des Ammersees ist die Ammer, die in den Ammergauer Alpen entspringt und bei Stegen von Süden in den See mündet. Sie führt im Frühjahr durch die Schneeschmelze besonders viel Wasser. Weitere Zuflüsse sind die Rott aus dem Westen und kleinere Bäche aus dem Norden und Osten.
Der Ammersee entwässert am Nordwestende über die Amper. Diese fließt dann Richtung Norden, durchquert den Maisinger See nicht — bekannter Irrtum — und mündet schließlich bei Moosburg in die Isar. So gelangt das Wasser aus dem Ammersee letztlich in die Donau und ins Schwarze Meer.
Die Wassererneuerungszeit des Sees beträgt rund 2,7 Jahre — also brauchen die 1,75 Milliarden Kubikmeter Wasser etwa 33 Monate, bis sie einmal komplett ausgetauscht sind. Das ist verhältnismäßig schnell für einen tiefen See und einer der Gründe für die gute Wasserqualität.
Kann man am Ammersee Schiff fahren?
Ja, die Bayerische Seenschifffahrt betreibt mehrere historische und moderne Schiffe, die den See zwischen April und Oktober befahren. Die wichtigsten Linien starten in Herrsching:
- Große Rundfahrt — etwa 3 Stunden, alle fünf Hauptorte plus mehrere kleinere Anlegestellen.
- Direktverbindung Herrsching–Dießen — ca. 50 Minuten, günstig für einen Halbtagesausflug.
- Sonderfahrten — Mondscheinfahrten, Sonntagsfrühstück an Bord, Themenabende.
Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos. Hunde an der Leine sind willkommen. Tickets können Sie direkt am Steg lösen oder online vorab. Im Hochsommer empfehle ich eine Reservierung — besonders für die sonntäglichen Brunchfahrten.
Was unterscheidet den Ammersee vom Starnberger See?
Die beiden Voralpenseen liegen nur 20 Autominuten auseinander, aber sie haben einen sehr unterschiedlichen Charakter:
| Merkmal | Ammersee | Starnberger See |
|---|---|---|
| Fläche | 47,6 km² | 56 km² |
| Maximaltiefe | 81 m | 127 m |
| Charakter | ruhiger, familiärer | mondäner, "Schickeria" |
| Ufer-Zugang | viele öffentliche Badeplätze | mehr Privatgrundstücke |
| Schifffahrt | Bayerische Seenschifffahrt | Bayerische Seenschifffahrt |
| Bekannte Bewohner historisch | Ludwig II. badete als Kind hier | Ludwig II. ertrank im See |
| S-Bahn-Anbindung | S8 nach Herrsching (Endstation) | S6 nach Tutzing (durchgehend) |
Wer Ruhe, Natur und bezahlbare Unterkünfte sucht, ist am Ammersee meist besser aufgehoben. Wer Promi-Faktor und repräsentative Uferpromenaden mag, am Starnberger See.
Gibt es im Ammersee Wellen oder Strömungen?
Der Ammersee gilt als einer der am stärksten "windausgesetzten" Voralpenseen. Bei Föhn aus dem Süden oder Westwind aus den Alpen können Wellenhöhen von bis zu einem Meter entstehen — wer mit dem Segelboot oder SUP unterwegs ist, sollte den Wetterbericht beachten.
In den tiefen Bereichen gibt es zudem schwache Tiefenströmungen, die durch Temperaturunterschiede entstehen. Für Schwimmer in den Uferzonen sind diese nicht spürbar; für Taucher in 30+ Metern können sie eine Rolle spielen.
Die Wetterstation auf dem Hohen Peißenberg bietet eine zuverlässige Sturmwarnung für die Region. Im Sommer und bei sich plötzlich verschlechterndem Wetter blinken am Ufer die Sturmwarnleuchten — diese sollte man immer ernst nehmen.
Was ist der "Ammersee" sprachlich überhaupt?
Der Name "Ammersee" geht zurück auf die Ammer, den südlichen Hauptzufluss. Das Wort "Ammer" wiederum stammt aus dem Keltischen oder Vorkeltischen und bedeutet vermutlich einfach "Wasser" oder "Fluss". Der Name ist also tautologisch: "Ammersee" heißt wörtlich "See des Wasser-Flusses".
Die ältesten Aufzeichnungen des Namens stammen aus dem 9. Jahrhundert. In bayerischer Mundart sagen die Älteren noch heute schlicht "der See" — auch wenn man weiß, dass es regional weitere Seen gibt, ist "der See" für viele Herrschinger automatisch der Ammersee.
Wenn Sie diese Antworten gelesen haben und denken: "Den See möchte ich selbst erleben" — wir haben fünf Ferienwohnungen direkt am Sonnenhof in Herrsching und sieben Gästezimmer in unserer Pension am Ammersee, beide nur wenige Minuten zu Fuß vom Strandbad und der Schiffsanlegestelle entfernt. Schreiben Sie mir gern Ihre Wunsch-Daten — ich antworte persönlich.
Conny
Häufige Fragen
Wie tief ist der Ammersee?
Der Ammersee hat eine maximale Tiefe von 81 Metern, gemessen im südlichen Bereich zwischen Stegen und Dießen. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei etwa 38 Metern. Im Vergleich: Der nahegelegene Starnberger See ist mit 127 Metern deutlich tiefer.
Wie groß ist der Ammersee?
Der Ammersee hat eine Wasserfläche von 47,6 Quadratkilometern und ist damit der drittgrößte vollständig in Deutschland liegende See. Er ist etwa 16 Kilometer lang, bis zu 6 Kilometer breit und hat eine Uferlinie von 49 Kilometern.
Welche Fische leben im Ammersee?
Im Ammersee leben über 25 Fischarten. Die bekanntesten sind die endemische Renke (Ammersee-Spezialität), Seesaibling, Hecht, Zander, Karpfen und vereinzelt noch Aal. Die Renke wird seit Jahrhunderten in Herrsching, Dießen und Utting gefangen und ist in vielen Seerestaurants ein fester Bestandteil der Speisekarte.
Ist der Ammersee zum Schwimmen geeignet?
Ja, der Ammersee gilt als einer der saubersten Badeseen Bayerns. Die Wasserqualität wird regelmäßig vom Bayerischen Landesamt für Umwelt geprüft und liegt fast durchgehend in der höchsten Kategorie. Beliebte Badestellen sind das Strandbad Herrsching am Ostufer sowie die Strände in Schondorf, Utting und Stegen.
Wie warm wird der Ammersee im Sommer?
Im Juli und August erreicht der Ammersee an der Oberfläche typischerweise 20 bis 24 Grad. In besonders warmen Sommern wurden vereinzelt 25 Grad und mehr gemessen. Im Juni und September liegt die Wassertemperatur bei 18 bis 21 Grad — angenehm warm zum Schwimmen und deutlich ruhiger als im Hochsommer.
Wann war der Ammersee zuletzt zugefroren?
Die letzte vollständige Seegfrörne war im Februar 2012, als man durchgehend Schlittschuh laufen konnte. Davor 2006 und 1996 in begrenzter Form. Eine der härtesten Vereisungen war historisch der Winter 1962/63. Wenn der See zufriert, müssen Eisflächen vom Wasserwirtschaftsamt vermessen und freigegeben werden — niemals auf eigene Faust aufs Eis gehen.
Wie viele Orte liegen am Ammersee?
Direkt am Ufer liegen fünf Hauptorte: Herrsching am Ostufer mit S-Bahn-Anschluss, Dießen am Südufer (Künstlerstadt), Utting und Schondorf am Westufer sowie Stegen am Nordufer. Dazu kommen zahlreiche kleinere Orte und Ortsteile wie Riederau, Holzhausen, Wartaweil oder Breitbrunn.
Wo entspringt der Ammersee und wohin fließt das Wasser?
Der Hauptzufluss ist die Ammer, die in den Ammergauer Alpen entspringt und bei Stegen in den See mündet. Der Abfluss ist die Amper am Nordwestende des Sees, die später in die Isar und damit in die Donau fließt. Die komplette Wassererneuerung dauert etwa 2,7 Jahre.
Kann man am Ammersee Schiff fahren?
Ja, die Bayerische Seenschifffahrt betreibt von April bis Oktober mehrere Linien, die in Herrsching starten. Die große Rundfahrt dauert etwa 3 Stunden und führt zu allen fünf Hauptorten. Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos, Hunde an der Leine sind willkommen.
Was unterscheidet den Ammersee vom Starnberger See?
Der Ammersee ist mit 47,6 km² etwas kleiner als der Starnberger See (56 km²), aber auch flacher (81 m gegen 127 m) und gilt als familiärer und ruhiger. Der Starnberger See ist mondäner und hat mehr Privatgrundstücke am Ufer. Beide sind per S-Bahn aus München erreichbar — Ammersee über die S8 nach Herrsching, Starnberger See über die S6 nach Tutzing.
Gibt es im Ammersee Wellen oder Strömungen?
Bei Föhn aus dem Süden oder starkem Westwind können Wellen von bis zu einem Meter Höhe entstehen — relevant für Segler und SUP-Fahrer. In den tiefen Bereichen gibt es schwache Tiefenströmungen durch Temperaturunterschiede, die für Schwimmer in Ufernähe aber keine Rolle spielen. Auf Sturmwarnleuchten am Ufer sollte man immer achten.
Woher kommt der Name Ammersee?
Der Name geht zurück auf den südlichen Hauptzufluss, die Ammer. Das Wort Ammer stammt aus dem Keltischen oder Vorkeltischen und bedeutet vermutlich Wasser oder Fluss. Sprachlich ist der Name damit tautologisch — Ammersee heißt wörtlich See des Wasser-Flusses. Die ersten Aufzeichnungen des Namens stammen aus dem 9. Jahrhundert.
